Glück Auf  im Schneeberger Revier 
im sächsischen Erzgebirge !

 
Schneeberg mir der St.Wolfgangskirche Wenn auch viele Tourismusverbände, Städte und Gemeinden mit dem "silbernen" Erzgebirge werben - das Silbererz allein war es bei weitem nicht, was den westerzgebirgischen Bergbaurevieren über mehr als 400 Jahre den Bestand sicherte. Neben Silber wurde im Erzgebirge auch Blei, Kupfer, Zinn, Eisen, Wismut, Kobalt, Nickel, Arsen, Gold, Wolfram und Uran gefördert. Germanium und Indium wurden in Sachsen entdeckt. Nicht zu reden von Kohle, Kalk, Kaolin und verschiedenen Werk- und Edelsteinen. 

Hier in Schneeberg wurde nach dem großen Berggeschrei des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts vor allem Kobalterz gefördert.
 

  Aus diesem Erz wurde in den kursächsischen Blaufarbenwerken in Oberschlema die tiefdunkelblaue Kobaltfarbe hergestellt, mit der nicht nur die "Blauen Schwerter" des Meißner Porzellans, sondern auch Delfter Kacheln und chinesische Vasen bemalt und venezianisches Glas gefärbt wurden... und diese Internetseite bekommt diese Farbe deshalb auch. 

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konsolidierten die zahlreichen Gruben zwischen Zschorlau, Neustädtel, Lindenau und Schlema noch einmal zu einer neuen Bergwerksgesellschaft: Die "Gewerkschaft Kobaltfeld". Mit dieser Seite wollen wir Sie einladen, uns einmal auf den Spuren des Erzbergbaus in das Schneeberger Revier zu folgen. Klicken Sie einfach auf die Fotos oder auf die Tasten unten.
 

 Eine der wichtigsten Gruben im Herzen des Reviers war die Fundgrube Weißer Hirsch. Die Gruben Gesellschaft, Daniel, Weißer Hirsch, Bergkappe, Wolfgangmaßen, Schwalbener Flügel und Marx Semmler Stolln wurden 1880 zur „Gewerkschaft Schneeberger Kobaltfeld“ vereinigt. Das gesamte Grubenfeld der Gewerkschaft umfasste eine Fläche von ca. 6 km².

Der Kunst- und Treibeschacht des Bergwerks wird heute von der Bergsicherung Schneeberg GmbH als Besucherbergwerk unterhalten und ermöglicht Einblicke in den Bergbau der vergangenen Jahrhunderte.

Fahrung im tonnlägigen Treibeschacht

Quer durch Gleesberg und Freudenstein hindurch verlaufen einige Erzgänge bis zur 
St. Anna Fundgrube
am Südrand des Schneeberger Reviers in Zschorlau. Große Teile dieses Bergwerks sind noch so erhalten, wie sie im 16. Jahrhundert verlassen wurden.

Eine besondere Attraktion bietet der Bergbauverein Zschorlau Besuchern im Sommer: Dann gastiert das Marionettentheater Dombrowsky untertage in der "Quarzhöhle".

Mundloch des Oberen Troster Stollns

Aber auch über die Verarbeitung des Kobalterzes können Sie sich in Schneeberg informieren: Zwischen Lindenau und Neustädtel liegt das Pochwerk Siebenschlehn der Gesellschaft Fundgrube.

Es wurde durch die Stadt Schneeberg rekonstruiert und kann heute den Besuchern wieder in Funktion vorgeführt werden.

Langstoßherd im Pochwerk Siebenschlehn

Das Traditionspflege nicht nur in der Erhaltung der Technischen Denkmale besteht, beweisen in Schneeberg gleich mehrere Vereine. Stellvertretend seien an dieser Stelle genannt: die Bergbrüderschaft Schneeberg, das Bergmusikkorps Schneeberg und der Bergbauverein Schneeberg-Neustädtel.  

Eine Reihe von Bergbaudenkmalen rund um Neustädtel bis hinauf zum Filzteich und zum Thürkschacht verbindet ein Bergbaulehrpfad, über den Sie auf den Seiten der Stadt Schneeberg oder bei der Bergbrüderschaft Schneeberg Genaueres erfahren können. 

Ältestes erhaltenes eisernes Fördergerüst in Sachsen am Thürkschacht

Aber auch danach endete die Bergbaugeschichte noch nicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam ein Erz plötzlich "strategische" Bedeutung, das früher achtlos weggeworfen wurde: Die Pechblende, aus der Uran gewonnen wird. Auch in Schlema begann 1946 der Bergbau durch die damalige SAG Wismut.

 Der einstige Wismut-Schacht 15IIb erinnert aber nicht nur an diese Geschichte, sondern erlaubt auch die Befahrung einiger Abschnitte des Markus-Semmler-Stollns im Unteren Revier.

Schacht 15-II-b ist in der typischen Bauweise der SAG Wismut erhalten

Sehr besuchenswert ist das Museum Uranbergbau im ehemaligen Kulturhaus "Aktivist" in Oberschlema. Hier können Sie sich über die Geschichte und über die Sanierung der Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus in Sachsen informieren.  

www.museum-uranbergbau.de
In unserer Region gäbe es noch viel mehr zu sehen: Nicht nur Bergbauinteressierte kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. Es sei nur darauf hingewiesen, daß die Porzellantonerde Kaolin von Tschirnhaus in der Weißerdenzeche in der Nachbarstadt Aue entdeckt und an den Herrn Böttcher geschickt wurde, der eigentlich für August den Starken Gold machen sollte... Aue gehörte aber nur von 1856 bis 1869 gemeinsam mit Schneeberg und Johanngeorgenstadt zum damals gebildeten Bergamt Schwarzenberg. Hinzuweisen wäre auch auf den frühen Bergbau am Hohen Forst bei Silberstraße, oder auf so vieles andere mehr. Wer sich darüber hinaus informieren möchte, dem sei u.a. die Internetseite des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappschaftsverbände zum weiterlesen empfohlen. 
  Übrigens: Quartier für Schüler- und Jugendgruppen findet man u.a. direkt am Filzteich, dem ältesten Kunstteich im sächsischen Erzgebrirge und heute ein beliebter Badesee.  

Wie Sie nach Schneeberg finden, erklären wir Ihnen hier.  

Lichtloch 15 mitten im Kurpark Oberschlema Wie viele Industrieregionen hat auch die Region um Schneeberg nach der Einstellung des Bergbaus 1990 mit großen Strukturproblemen zu kämpfen. Aber es geht vorwärts. 
Hier, wo dieses kleine Hüttchen den Standort des Lichtlochs 15 auf dem Tiefen Markus-Semmler-Stolln kennzeichnet und wo bereits von 1929 bis 1945 Radon enthaltendes Quellwasser an Kurgäste ausgeschenkt wurde, ist ein neuer Kurpark zwischen den Bergbauhalden entstanden. Im Kurbad "Actinon" suchen heute bereits wieder zahlreiche Gäste Linderung und Heilung. 

Die BAB 72 und der Autobahnzubringer von Hartenstein nach Aue sind inzwischen fertig. Unser Erzgebirge ist nicht nur das "Weihnachtsland" und für seine Schnitzkunst oder seine Klöppelspitze berühmt. Wir haben noch mehr Interessantes zu bieten: 

Besuchen Sie uns doch auch einmal !
 

Diese Internetseite ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bergbauvereine
Weißer Hirsch Schneeberg e.V.  und  IG Historischer Bergbau Zschorlau e.V.
Die vorgeschriebenen Angaben zu den Anbietern nach §6 Teledienstegesetz finden Sie auf den Seiten der beiden Vereine.

Ins Netz gebracht von H.-J. Boeck, Freiberg.